News · 04.10.2026

Mobile Hochwasserschutzwände im Praxistest

Mobile Hochwasserschutzwände im Praxistest
Am Donnerstag, den 24. September 2026, waren wir gemeinsam mit der Stadt Hof und dem städtischen Bauhof im Bereich der Fabrikzeile unterwegs, um ein Hochwasserszenario zu simulieren. Im Mittelpunkt der Übung stand das neue mobile Hochwasserschutzsystem NOAQ BOXWALL und die Frage, wie sich größere Wassermengen im Stadtgebiet gezielt lenken lassen.

Hintergrund für die Übung waren unter anderem die Erfahrungen aus dem Hochwasser- und Starkregenereignis im vergangenen Sommer. Besonders im Bereich der Kreuzung Fabrikzeile/Lindenstraße kam es damals zu Überflutungen. Dabei zeigte sich, dass nicht ausschließlich die nahegelegene Saale für die Wassermengen verantwortlich war. Vielmehr führte vor allem der starke Niederschlag dazu, dass sich das Wasser oberflächlich seinen Weg durch das Stadtgebiet suchte.

Um dieses Szenario nachzustellen, wurde bei der Übung eine Überflutung des Kanalsystems aus Richtung Lindenstraße simuliert. Ab der Ecke Lindenstraße/Heiligengrabstraße bauten wir gemeinsam mit den weiteren Beteiligten das mobile Hochwasserschutzsystem auf.

Ziel war es, die Wassermassen gezielt um die Gebäude in der Heiligengrabstraße herum in Richtung Fabrikzeile zu leiten. Dort sollte das Wasser anschließend über vorhandene Entwässerungseinrichtungen abgeführt werden.

Für die Simulation der Wassermengen setzte der Bauhof der Stadt Hof mehrere Spülfahrzeuge mit großen Fassungsvermögen ein. So konnten wir unter realitätsnahen Bedingungen beobachten, wie sich das Wasser durch das aufgebaute Schutzsystem bewegt und an welchen Stellen möglicherweise nachgebessert werden muss.

Dabei zeigte sich, dass sich ein großer Teil der Wassermassen tatsächlich gezielt lenken lässt. Gleichzeitig wurden auch einige Schwachstellen sichtbar. An einzelnen Stellen waren zusätzliche Sandsäcke notwendig, um das System abzudichten und ein unkontrolliertes Austreten des Wassers zu verhindern.

Schneller Aufbau und flexible Verwendung

Das eingesetzte NOAQ BOXWALL-System ist als Sandsackersatzsystem konzipiert und lässt sich schnell und mit vergleichsweise wenig Personalaufwand aufbauen. Die einzelnen Elemente sind leicht zu transportieren und können auch über größere Strecken eingesetzt werden.

Ein weiterer Vorteil ist die Wiederverwendbarkeit. Während Sandsäcke nach einem Einsatz mit Wasser in der Regel entsorgt werden müssen, können die Kunststoffelemente nach der Reinigung und Trocknung erneut verwendet werden.

Für uns als Feuerwehr bietet ein solches System zusätzliche Möglichkeiten, um bei Starkregen- und Hochwasserlagen schnell auf die örtlichen Gegebenheiten reagieren und Wassermassen gezielt lenken zu können.

Weitere Planungen

Die durchgeführte Übung war ein erster Schritt, um die Einsatzmöglichkeiten der mobilen Hochwasserschutzwände im Hofer Stadtgebiet genauer zu untersuchen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen in die weiteren Planungen zum Hochwasserschutz einfließen.

Gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt Hof sollen nun weitere technische Lösungen geprüft werden. Unter anderem geht es darum, Möglichkeiten für eine Durchleitung des Oberflächenwassers durch den bestehenden Hochwasserschutzdamm entlang der Saale zu schaffen.

Die mobilen Schutzwände sollen künftig insbesondere dort eingesetzt werden, wo bauliche Maßnahmen kurzfristig nicht möglich oder nur schwer umzusetzen sind – beispielsweise an Kreuzungen und Hauptverkehrsstraßen.

Die Übung hat dabei gezeigt, wie wichtig es ist, mögliche Szenarien bereits im Vorfeld gemeinsam zu betrachten und verschiedene Schutzmaßnahmen praktisch zu erproben. Die gewonnenen Erfahrungen helfen uns dabei, unsere Planungen weiterzuentwickeln und für zukünftige Starkregen- und Hochwasserlagen vorbereitet zu sein.

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